Packaging Test Instruments FAQs

Wer misst Gleitfähigkeit/Reibung?

Mit der Reibungsprüfung wird in der Verpackungsindustrie der Gleitfähigkeitswiderstand eines Produkts gemessen. Damit können die Vorschub- und Laufgeschwindigkeit von automatischen Klebe-, Aufstell-, Füll- oder Verpackungsanlagen vorausgesagt werden.

Weitere Branchen, in denen die Prüfung der Gleitfähigkeit zum Einsatz kommt, sind die Papierbranche (z. B. für die automatische Zuführung von Umschlägen und Geldscheinen) und Kunststoffhersteller (Reibungseigenschaften von Verpackungsfolien).

Was ist Gleitfähigkeit/Reibung?

Der Gleitfähigkeitswiderstand eines Produkts wird durch seine Reibungskoeffizienten dargestellt:

Statischer Reibungskoeffizient = Fs/N

Dynamischer Reibungskoeffizient = Fd/N

Dabei steht Fs für die maximale statische Reibungskraft und Fd für die mittlere dynamische Reibungskraft. N ist die Normalkraft, also die Schwerkraft, die auf die Probe und den Testschlitten einwirkt.

Anders ausgedrückt: Unter statischer Gleitfähigkeit versteht man die Kraft, die erforderlich ist, um zwei ruhende Oberflächen gegeneinander in Bewegung zu versetzen. Die dynamische Gleitfähigkeit ist die kleinere Kraft, die benötigt wird, um diese Bewegung aufrechtzuerhalten, wenn die anfängliche „Trägheit“ überwunden wurde.

Diese Werte werden als Verhältnis ausgedrückt und besitzen keine Messeinheit. Gewöhnlicherweise werden sie mit einer Dezimalzahl zwischen 0 und 1 dargestellt. Beispielsweise hat eine Oberfläche einen statischen Reibungskoeffizienten von 0,35 und einen dynamischen Reibungskoeffizienten von 0,18.

Wie wird der Reibungskoeffizient (COF) gemessen?

Bei allen Methoden der COF-Messung wird eine Probe mit zwei flachen Teilen vorbereitet, die aufeinander gelegt werden. Dann wird mit einem konstanten Gewicht darauf die Normalkraft simuliert. Ein Teil wird fixiert, während auf den zweiten Teil eine stetig ansteigende Kraft ausgeübt wird, bis sich die zwei Teile gegeneinander zu bewegen beginnen (Fd Max).

So wird die Reibung gemessen

(Flachbett-)Reibungsprüfung in Horizontalebene

Um statische und dynamische Reibungskoeffizienten zu messen, ist es notwendig, ein Festbettinstrument zu verwenden. Diese Instrumente verwenden einen Motor, um einen Schlitten über die Probe zu ziehen, und verwenden eine Lastzelle, um die Kräfte zu messen.

Erste Prüfgeräte waren umgebaute Zugprüfmaschinen, die die Probe mit einer Schnur bewegten. Die Verwendung dieser Schnur wurde mittlerweile aus vielen Kalibrierstandards für die Reibungsmessung entfernt, da ihre eigene Elastizität eine Messunsicherheit mit sich brachte und sich die Probenpositionierung schwierig gestaltete.

Der Universal-Reibungstester (UFT) von Hanatek verwenden mechanische Kopplungen für die Kraftübertragung und eine automatische Schlittenplatzierung für eine höchst genaue Probenpositionierung mit verschiedenen Verweilzeiten vor der Prüfung.

Was sagt der Reibungskoeffizient (COF) über die Verpackungsgeschwindigkeit aus?

Der COF kann oft ein Indikator für die Vorschub- und Laufeigenschaften eines Produkts sein. Bei UV-beschichteten Lebensmittelkartons beispielsweise steht der Gleitfähigkeitskoeffizient mit der Formulierung der UV-Beschichtung, ihrer Aushärtung und dem Gewicht der Folie in Zusammenhang.

Kartons mit einem sehr niedrigen Reibungskoeffizienten können eine Herausforderung in der Handhabung darstellen, da sie schnell voneinander abrutschen und nicht leicht in Beschickungstrichter eingefüllt werden können.

Produkte mit einem hohen Reibungskoeffizienten hingegen kleben leicht aneinander und können Zuführungsfehler verursachen, da mehrere Kartons gleichzeitig in die Verpackungsanlage geleitet werden.

Unterschiedliche Verpackungsanlagen erfordern oft Produkte mit einem spezifischen Oberflächenreibungsprofil, um die höchstmögliche Vorschub- und Laufgeschwindigkeit zu erreichen. Nur wenn diese Werte gemessen und spezifiziert werden, kann ein Hersteller die maximale Produktivität erzielen.

Welche Parameter wirken sich auf die Werte für den Reibungskoeffizienten (COF) aus?

Der COF wird hauptsächlich durch die chemische Zusammensetzung der Oberfläche und das Oberflächenprofil beeinflusst. Bei Verpackungen ist das häufig eine Beschichtung. Der Gleitfähigkeitswiderstand wird mit chemischen Additiven angepasst wie Wachs oder Silikon, die das Profil auf Molekularebene umwandeln und die atomare Anziehung auf der Oberfläche verändern.

Andere wichtige Faktoren, die eine Auswirkung auf den COF haben, sind die Testgeschwindigkeit, die Normalkraft (Masse des Schlittens), der Kontaktbereich und die Geometrie der Probe. Diese Werte sind oft in der Testmethode spezifiziert (ASTM D1894 und ISO 8295).

Wer misst Biegesteifigkeit und Rill-/Falzwiderstand?

Biegesteifigkeit und Rill-/Falzwiderstand sind wichtige Messgrößen, die auf das Laufverhalten eines fertigen Kartons in einer automatischen Klebe-, Abfüll- oder Verpackungsanlage schließen lassen.

Substrathersteller, Druckereien, Weiterverarbeiter/Veredler sowie jegliche Hersteller, die Produkte in Kartons einfüllen oder verpacken, können mithilfe dieser Messwerte ihre Produktion optimieren.

QS-Abteilungen verwenden diese Geräte, um die Laufeigenschaften fertiger Kartons vor der Weiterverarbeitung und Befüllung zu prüfen und so Produktionszeitverluste aufgrund langsam laufender oder schwierig zu verarbeitender Verpackungen zu minimieren.

Kartonhersteller und Konstrukteure können mit einem Rill- und Biegesteifigkeitsprüfgerät CBT1 und einem Kartonfalzgerät von Hanatek unterschiedliche Kombinationen von Substraten und Rillen/Falzen im Labor testen, ohne wertvolle Produktionszeit dafür in Anspruch zu nehmen.

Warum ist es wichtig, Biegesteifigkeit und Rill-/Falzwiderstand zu messen?

Ein Bogen oder eine Rolle Karton wird ausgestanzt und vorgefalzt, sodass ein Kartonrohling entsteht.
Häufig wird dieser Rohling dann aufgestellt und verklebt, bevor er auf einer automatisierten Verpackungsstraße befüllt wird. Durch das Zusammenspiel dieser mechanischen Vorgänge entsteht aus dem Rohling ein dreidimensionales Objekt.

Für eine maximale Kosteneffizienz ist es wichtig, dass der Zusammenbau des Kartons so schnell wie möglich erfolgt, ohne dass dabei Zuführungsfehler oder Staus auftreten.
Es ist auch wichtig, dass das Endprodukt die nötige Formstabilität aufweist, um das verpackte Produkt aufzunehmen und zu schützen.

Biegesteifigkeit und Rill-/Falzwiderstand sind nicht nur wichtige Parameter, um die maximalen Geschwindigkeiten bei Zusammenbau und Verpackung zu ermitteln, sondern stehen auch mit der Formstabilität des fertigen Produkts in Zusammenhang.

Die Biegesteifigkeit wird durch die physischen Eigenschaften des Substrats bestimmt, d. h. seine Dicke, den Fasermix, die Beschichtung und das Herstellungsverfahren. Um die Biegesteifigkeit zu ermitteln, wird der Widerstand eines Probenzuschnitts gegen eine Kraft gemessen, die in einem vorgegebenen Winkel einwirkt.

Bei der Ermittlung des Rill-/Falzwiderstands handelt es sich um eine ähnliche Widerstandsmessung, allerdings über einen vorgefertigten Falz im Kartonrohling.

Wie werden Biegesteifigkeit und Rill-/Falzwiderstand gemessen?

Die Methode für die Messung der Steifigkeit wird in verschiedenen internationalen Kalibrierstandards beschrieben. Darin wird angeführt, dass eine Probe von definierter Größe aus einer ungebrauchten Platte oder einem vorgefertigten Kartonrohling geschnitten wird.

Die Probe wird mit Klemmbacken fixiert und durch einen festgelegten Winkel rotiert. Die durch die Probe übertragene Kraft wird gemessen. Die Kraft wird in Gramm angegeben für Vergleichsmessungen oder in g/cm2, einem absoluten Wert für das geprüfte Substrat. Bei manchen Geräten wird der Wert auch in mN oder mN/m2 ausgedrückt.

Manuelle oder vollautomatisierte Prüfung

Das Rill- und Biegesteifigkeitsprüfgerät CBT1 von Hanatek ist ein kostengünstiges manuelles Gerät zur Prüfung von Biegesteifigkeit und Rill-/Falzwiderstand. Die Probe wird in die Prüfklemmbacken eingespannt und manuell rotiert. Das Gerät zeigt die Messgerätgebnisse der Kraft in Gramm an und berechnet – im Gegensatz zu ähnlichen auf dem Markt verfügbaren Geräten – das Verhältnis zwischen Rill- und Biegesteifigkeit automatisch. Bei der Durchführung mehrerer Prüfungen wird die Statistik für die Charge angezeigt. Diese kann zur Dokumentation der Rückführbarkeit ausgedruckt werden.

Für eine höhere Bedienfreundlichkeit sollte das vollautomatisierte Universal-Kraftmessgerät (CFA) in Erwägung gezogen werden, bei dem die Probe in elektronisch betriebene Klemmbacken eingespannt und mit einer festgelegten Geschwindigkeit für eine vordefinierte Verweilzeit automatisch rotiert wird.

Bei diesen vom Bediener unabhängigen Prüfmethoden wird die Wiederholbarkeit der Ergebnisse deutlich verbessert. Das CFA zeigt auch die entstehenden Kräfte an, was zusätzliche Informationen zu den physikalischen Veränderungen während des Biegens liefert.

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